„11.55 Uhr": Gründung Klimaschutz- und Energie-Agentur

14. Juli 2019 |

Am 28. Juni 2019 haben wir im Kreistag fast einstimmig die Gründung einer Klimaschutz- und Energie-Agentur beschlossen. Der Landkreis Verden wird Mehrheitsgesellschafter. Alle 8 Städte und Gemeinden in unserem Landkreis sind als weitere Gesellschafter mit dabei. Für die CDU-Kreistagsfraktion habe ich zu diesem Tagesordnungspunkt in der öffentlichen Kreistags-Sitzung gesprochen und veröffentliche hier meine Rede vom 28. Juni 2019.

„In Sachen Klimaschutz ist in den zurückliegenden gut 20 Jahren in unserer Region bereits einiges, teilweise viel passiert – zum Beispiel:

  • in der Energie-Region Aller-Leine-Tal (Verden-Celle)
  • die Gemeinden Dörverden und Kirchlinteln sind praktisch autark: In beiden Gemeinden wird mehr Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugt, als Strom verbraucht wird
  • Erinnerung an 1998: Einweihung des Holzheizwerkes in Verden – mit der heutigen Kanzlerin als Ehrengast, damals Expo-Projekt und das größte Holzheizwerk in Niedersachsen – Wärme für Kreishaus, Schule, Schwimmbad aus Resthölzern www.guenter-luehning.de/vor-20-jahren-vortrag-vor-dr-angela-merkel/

In meinen 25 Jahren im Gemeinderat und auch als Vorsitzender des Betreiber-Vereins für die Solar-Allerfähre, der schon 1997 die Energiewende einleitete, habe ich mich als Schwarzer für grünen Klima- und Umweltschutz eingesetzt.

Trotzdem war ich 2017 bei der 1. Entscheidung hier im Kreistag zur Gründung einer Klimaschutz- und Energie-Agentur skeptisch (weil ich eine Alibi-Veranstaltung befürchtete) – habe aber zugestimmt. Wichtig ist uns in der CDU-Kreistagsfraktion, dass keine Klimaschutz-Agentur gegründet wird und nur eine Alibi-Veranstaltung dabei heraus kommt. Die Produktion von Konzepten und Hochglanz-Broschüren sowie die Durchführung von Tagungen allein bringt uns nicht weiter.

Um 11.55 Uhr – 5 vor 12 – auf der Klimaschutz-Uhr kann es jetzt nur darum gehen, konsequent zu handeln und zu machen. Einfach machen

  • Energie einsparen
  • CO 2-Ausstoß reduzieren
  • Erneuerbarer Energien statt fossiler Energieträger

Klimaschutz- und Energie-Agenturen, die viel Fachwissen bündeln, netzwerken und bei Projekten unterstützen gibt es ja bereits. Als Vereinsvorsitzender habe ich im bundesweiten Modellvorhaben „Energieeffizient Handeln“ mit der Deutschen Energie-Agentur dena in Berlin positive Erfahrungen gemacht.

Eine neue Klimaschutz-Agentur in unserem Landkreis muss das Rad nicht neu erfinden, sondern mit den Agenturen dena und KEAN auf Bundes- und Landesebene kooperieren und spezialisierte Berater zielgerichtet an die Kommunen, den Mittelstand und Privat-Haushalte vermitteln.

In unserer CDU-Fraktion haben wir über zusätzliche Forderungen und Wünsche beraten

  1. Die Zielvereinbarung mit der Kreisverwaltung sollte um klare Zielsetzungen bezüglich Klimaschutz und Energie-Einsparung ergänzt werden – wenn 250 KWpeak auf den Dächern der BBS in Dauelsen möglich sind, dann ist mir eine Diskussion über nur 100 KWpeak zu wenig.
  2. Für die neue GmbH also die Klimaschutz-Agentur sollten gleich nach Abschluss des GmbH-Vertrages konkrete Zielvereinbarungen mit Handlungsfeldern und klaren Erwartungen formuliert werden, die gerne im Kreisausschuss beschlossen werden können.
  3. Eine Erfolgskontrolle sollte es nicht erst nach 5 von 6 Jahren sondern spätestens nach 3 Jahren geben
  4. Nach der Sommerpause wünschen wir uns eine Veranstaltung zum Austausch mit erfolgreichen Klimaschutz-Agenturen anderer Landkreise – z.B. Stade – Wie gesagt: wir müssen das Rad nicht neu erfinden, dafür haben wir 5 vor 12 auch keine Zeit mehr

Mit 52 % Anteil an der neuen GmbH tragen wir – also der Landkreis – bis zu 1.173.000 € der Kosten in den nächsten 6 Jahren. Das ist einerseits viel Geld – aber alternativlos. Wichtig ist, dass die neue Klimaschutz-Agentur effektiv arbeitet. Jede Energie-Einsparung, jede weitere Nutzung Erneuerbarer Energien wird dann zum Gewinn für den Klimaschutz und damit für unseren Landkreis – seine Kommunen, den Mittelstand und die Privat-Haushalte, die in Klimaschutz investieren.

Nach einer Information der Kreisverwaltung wenden Landkreis und die 8 Kommunen jährlich fast 7,7 Mio. € für Energie auf. Maßnahmen zur Senkung des Energie-Verbrauchs um 20 % bringen eine Einsparung von 1,5 Mio. € !!!

Meine Damen und Herren, es gibt viel zu tun.

Bitte stimmen Sie möglichst alle für den Gründungsvertrag und die neue Klimaschutz- und Energie-Agentur.

Schließen möchte ich mit einer alten Weisheit der Indianer: Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen.

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