Dr. Steinröx: „Die Versorgungsdefizite haben sich dramatisch beschleunigt"

18. Dezember 2012 |

Die Versorgungsdefizite haben sich dramatisch beschleunigt. Der Anteil der Einwohner, an deren Wohnort es keinen Lebensmittel-Einzelhandel mehr gibt, hat sich in vier Jahrzehnten mehr als verzehnfacht. Durchschnittlich 26 Prozent aller Einwohner des Untersuchungsgebietes leben heute in Orten ohne Grundversorgung”, schreibt Dr. Manfred Steinröx und stellte regionale Unterschiede im Untersuchungsgebiet, den 5 Landkreisen CUX, OHZ, STD, ROW und VER im Elbe-Weser-Dreieck fest.Am 11. Dezember 2012 habe ich den Kommunal- und Wirtschaftsberater Dr. Manfred Steinröx aus Hamburg erstmals persönlich in Verden getroffen, nachdem wir zuvor mehrfach per Telefon und eMail Kontakt hatten.

Günter Lühning berichtete am 11.12.2012 in seinem Vortrag über die Ergebnisse der Langzeitstudie von Dr. Steinröx

Bei uns im Landkreis Verden sind durchschnittlich lediglich 16 statt 26 Prozent unterversorgt. Aber auch innerhalb unseres wirtschaftlich starken Landkreises gibt es regional große Unterschiede. In drei der insgesamt 8 Städte und Gemeinden im Landkreis Verden ist die Unterversorgung jedoch größer als im Durchschnitt der gesamten Elbe-Weser-Dreiecks. Während in Ottersberg nur 2 Prozent, in Langwedel nur 6 Prozent und in Oyten am Bremer Kreuz nur 11 Prozent der Einwohner als unterversorgt gelten, sind drei andere Land-Gemeinden negativ betroffen.

  • In der Gemeinde Kirchlinteln werden die 10.200 Einwohner in den 17 Dörfern der flächengroßen Gemeinde von zwei Supermärkten im Grundzentrum und von insgesamt fünf kleineren Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäften wohnortnah versorgt. Mit dem “Lintler Laden” in Bendingbostel (seit 1997) und dem Dorfladen in Otersen (seit 2001) werden zwei dieser fünf kleinen Lebensmittelgeschäfte bereits von Bürgergesellschaften in Eigenregie betrieben.
  • 45 Prozent der Einwohner in der Gemeinde Kirchlinteln,
  • 49 Prozent der Einwohner in der Samtgemeinde Thedinghausen und
  • 63 Prozent der Einwohner in der Gemeinde Dörverden haben keinen Lebensmittelhändler mehr im eigenen Wohnort.  

In zwei Gemeinden in zwei anderen Landkreisen der Elbe-Weser-Region sind sogar 83 und 84 Prozent der Einwohner von fehlender Nahversorgung betroffen.

“Der Einzelhandel war schon immer ein Maßstab für die Qualität der Lebensbedingungen” resümiert der Wirtschafts- und Kommunalberater Dr. Manfred Steinröx. In Zeiten des demographischen Wandels mit weniger, aber älteren Menschen im ländlichen Raum werde die Bedeutung der Wohnort-nahen Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs noch größer werden. “Der Markt wird für dieses Problem keine Lösungen entwickeln. Es reicht also nicht, den Wettbewerb zu begrenzen: Weiterreichende Konzepte müssen maßgeschneidert entwickelt werden, um die Nahversorgung (wieder) sicherzustellen. Filialisten und Discounter werden die Versorgungslücken nicht schließen. Deshalb ist politisches und bürgerschaftliches Engagement gefordert“, betonte Dr. Manfred Steinröx und will mit seiner Langzeitstudie die Kommunalpolitik und die Gemeinde-, Stadt- und Kreisverwaltungen für diese Problemstellung sensibilisieren.

Am ersten Tag des 2-tägigen DVS-Workshops im niedersächsischen Verden trafen die Referenten Wolfgang Gröll (Starnberg), Matthias Fiedler vom ZdK in Hamburg, Klaus-Dieter Karweik vom Amt für Landentwicklung, Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald (von links) und Günter Lühning (rechts) mit dem Wirtschafts- und Kommunalberater Dr. Manfred Steinröx aus Hamburg (2.v.r.) zusammen.

Am 11. Dezember waren wir in Verden als Referenten aktiv: Wolfgang Gröll (Starnberg), Matthias Fiedler vom ZdK in Hamburg, Klaus-Dieter Karweik vom Amt für Landentwicklung, Kirchlintelns Bürgermeister Wolfgang Rodewald (von links) und trafen den Wirtschafts- und Kommunalberater Dr. Manfred Steinröx aus Hamburg (2.v.r.).

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