Edeka-Manager: „Nähe schlägt Größe" – Vortrag in Hannover bei „Region im Dialog"

9. November 2013 |

In dieser Woche habe ich auf Einladung von Prof. Dr. Axel Priebs, Erster Regionsrat der Region Hannover mit 1,1 Mio. Einwohnern, einen Vortrag über „Tante Emma´s kecke Töchter" gehalten und war anschließend Teilnehmer einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wo geht´s hier zu Tante Emma", mit einem Bürgermeister, einer Dame der Universität, einem weiteren engagierten Vereinsvorsitzenden, Prof. Priebs und dem Edeka-Manager Heino Schmidt.In meinem 30-minütigen Vortrag habe ich vor 120 Teilnehmern in Hannovers Innenstadt unseren Bürger-Dorfladen in Otersen, den Trend „Eigeninitiative statt Unterversorgung" und die Erfolgskonzepte und Erfahrungen von bundesweit über 200 Dorfläden „von Bürgern für Bürger" vorgestellt. Da ich weder „Tante Emma" bin noch deren Tochter, habe ich auf eine meiner vielen Vortrags-Folien unsere vier Mitarbeiterinnen im Dorfladen in Hannover als „Tante Emma´s kecke Töchter" präsentiert.

Tante Emma´s kecke Töchter: Brigitte, Silke, Petra und Martina - Unsere Mitarbeiterinnen im Dorfladen Otersen

Tante Emma´s kecke Töchter: Brigitte, Silke, Petra und Martina – Unsere Mitarbeiterinnen im Dorfladen Otersen

 

Vor etwa 7 – 8 Jahren bin ich bei einer ähnlichen Veranstaltung zuletzt auf einen Edeka-Manager getroffen. Damals betonte der Experte von Edeka, dass Nahversorger eine gewisse Mindestgröße an Verkaufsfläche benötigen und mindestens 1.000.000 € Jahresumsatz machen müssten, um überhaupt wirtschaftlich betrieben werden zu können.

Unser Dorfladen in Otersen mit nur 180 qm Verkaufsfläche und „nur" 338.000 Euro Jahresumsatz hätte nach dieser Experten-Meinung nicht den Hauch einer Chance. Fakt ist aber: Wir existieren seit 2001 und können Dank unseres eigenen Dorfladens Wohnort-nah zu Fuß oder per Fahrrad (natürlich auch per Auto) einkaufen und unter 2.700 verschiedenen Artikel des täglichen Bedarfs auswählen.

Auch bei der Edeka hat es offenbar bezüglich der kleinen Nahversorger auf dem Lande einen Erkenntnis-Gewinn gegeben, denn Edeka-Manager Heino Schmidt, bei der Nr. 1 der Lebensmittel-Konzerne für Expansion zuständig, betonte jetzt in Hannover „N ä h e   s c h l ä g t   G r ö ß e" und unterstrich damit, das nahegelegene kleine Läden gute Chancen im Vergleich zu den weiter entfernten, großen Supermärkten und Discountern hätten. Schmidt ergänzte, dass es einen Wandel bei den Verbrauchern gebe. Lebensmittel-Qualität und Genuss gewinnen an Bedeutung –  “Geiz ist geil” stünde nicht mehr im Vordergrund.

Ein ausführlicher Bericht über die Veranstaltung in Hannover wurde im Internetportal des Dorfladen-Netzwerkes veröffentlicht. Bei Interesse empfehle ich den folgenden Link: http://dorfladen-netzwerk.de/2013/11/naehe-schlaegt-groesse-tante-emma-in-region-hannover/

 

 

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