„Heimat weist in die Zukunft" – Hier bekommt das „Wir" Bedeutung, damit unsere Heimat Zukunft bekommt

7. Oktober 2017 |

Nach der Rede von Bundespräsident Steinmeier wird von der Politik der Begriff „Heimat" diskutiert – das ist gut so! Ebenso wie unser neuer Bundespräsident glaube ich „Heimat weist in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit"! Allerdings ist es gut, wenn man die eigene Geschichte, die Geschichte seines Dorfes, seiner Region und seines Landes kennt – um aus der Geschichte lernend, die Zukunft positiv zu gestalten.

Als 31-jähriger, junger Familienvater habe ich vor 25 Jahren einen Heimatverein gegründet. Sicherlich ungewöhnlich für einen jungen Kerl. „Heimat" – war das damals nicht ein angestaubter Begriff und gerade nicht „in" und nicht modern? „Das linke Lager sieht Heimat skeptisch" war am 5.10.2017 nach der Steinmeier-Rede in der Frankfurter Rundschau zu lesen. Wohl deshalb kann ich mit den Linken nun gar nichts anfangen und bin seit 25 Jahren Vorsitzender des Heimat- & Fährverein und seit einem Vierteljahrhundert aktives CDU-Mitglied.

Der Bericht vom 5.10.2017 in der Frankfurter Rundschau war mit der Schlagzeile „Mensch, deine Heimat ist die Erde" übertitelt. Natürlich ist diese eine Erde unsere Heimat – wir haben ja nur diese eine Erde. Deshalb habe ich mein Handeln nach dem alten indianischen Sprichwort „Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern gepachtet" ausgerichtet.

Je schneller sich diese Erde (gefühlt) dreht, je mehr die Globalisierung an Fahrt gewinnt – desto wichtiger wird die (kleinteiligere) HEIMAT. Der Ort / die Region, an dem / in der wir uns am besten auskennen – die Heimat, die WIR gemeinsam gestalten.

„Heimat ist der Ort, an dem das „"Wir"" Bedeutung bekommt. So ein Ort, der uns verbindet – über die Mauern unserer Lebenswelten hinweg", betonte Bundespräsident Steinmeier.

Meine Heimat

Im Heimat- & Fährverein Otersen haben wir zu Beginn die Heimatgeschichte erforscht und 1998 eine über 300-seitige Dorfchronik veröffentlicht. Aus der besseren Kenntnis der Geschichte haben wir 1997 alte dörfliche Qualitäten wiederentdeckt und wiederbelebt: Nach 30 Jahren ohne Allerfähre haben wir die Wieder-Inbetriebnahme der Fährverbindung zwischen Otersen und Westen aus dem 16. Jahrhundert gemeistert. „Heimat weist in die Zukunft„, so Bundespräsident Steinmeier. Stimmt: Wir haben 1997 nicht die „alte Fähre" wiederbelebt – sondern sind neue Wege gegangen. Wir haben schon vor 20 Jahren unsere Energiewende eingeleitet. Als Pionier für die „Elektro-Mobilität auf dem Wasser" nutzen wir seit 20 Jahren die Sonnenenergie als Antriebskraft. 70 ehrenamtliche Fährleute sorgen mit der Kraft der Sonne und des Ehrenamtes für eine Aufwertung unserer Heimat-Region, für eine Attraktion für den sanften Tourismus mitten in unserem Heimat-Bundesland Niedersachsen.

Dieses Beispiel zeigt: Menschen, die sich für ihre Heimat engagieren, sind keine angestaubten Traditionalisten – sondern der Zukunft zugewandt. Gemeinsames Engagement stärkt auch die Identität – hier kenne ich mich aus – hier lebe ich gerne – hier ist mein Ruhepol – meine Verankerung in der so „schnell-lebigen" Zeit. Gemeinsames Engagement und das „WIR" sorgt auch dafür, das unsere Heimat Zukunft hat.

Saal-Dekoration im ICC in Berlin bei der Bundessiegerehrung 2008, bei der mein Heimatdorf als „Bundesgolddorf" ausgezeichnet wurde.

Unsere Heimat, unsere Dörfer, der ländliche Raum in Niedersachsen und in Deutschland insgesamt steht vor großen Herausforderungen:

  • Ärztliche Versorgung auf dem Lande
  • Breitband / Schnelles Internet für jedes Dorf
  • Erhalt bzw. Verbesserung dörflicher Infrastruktur
  • Daseinsvorsorge – Wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln
  • Erhalt von Kindertagesstätten und Schulen in der Heimat- / Dorf-Region

Ob es nun ein „Heimat-Ministerium" (wie nach bayerischem Vorbild) geben muss, wie in der Politik diskutiert? Das ist sicherlich nur eine Begrifflichkeit. Wichtig ist aber ein eigenständiges Ministerium für den ländlichen Raum, in dem alle Initiativen für den ländlichen Raum gebündelt werden. Aktuell werden „Land-Themen" in mindestens vier Bundesministerien – eher nebenbei – behandelt. Initiativen für den ländlichen Raum sollten unbedingt gebündelt werden – meinetwegen in einem „Heimat-Ministerium". Mit Linken wird das nicht zu machen sein – denn die stehen „Heimat" ja skeptisch gegenüber.

Unser Landtagsabgeordneter (und -kandidat) Adrian Mohr (CDU) hat in der letzten Woche die ärztliche Versorgung auf dem Lande in einer Veranstaltung mit Bundesminister Gröhe in Dörverden thematisiert und hat am Mittwoch, 11.10. in Thedinghausen die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer zum Thema „Ländlicher Raum" zu Gast.

Am Sonntag, 15. Oktober werde ich bei der Landtagswahl

  • mit der Erststimme Adrian Mohr
  • mit der Zweitstimme CDU

wählen, damit Dr. Bernd Althusmann neuer Ministerpräsident wird, Niedersachsen besser regiert und der ländliche Raum von der großen Politik nicht abgehängt wird.


Auszug aus der Rede von Bundespräsident Steinmeier vom 3.10.2017:

„Ich glaube, Heimat weist in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit. Heimat ist der Ort, den wir als Gesellschaft erst schaffen. Heimat ist der Ort, an dem das „Wir" Bedeutung bekommt. So ein Ort, der uns verbindet – über die Mauern unserer Lebenswelten hinweg -, den braucht ein demokratisches Gemeinwesen und den braucht auch Deutschland."

Quelle: Rede des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier am 3.10.2017 zum Tag der Deutschen Einheit – http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2017/10/171003-TdDE-Rede-Mainz.html

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