Leben im Dorf und Urlaub im Einklang mit der Natur

10. Oktober 2020 |

Aller-Vielfalt soll auch Impulse für die positive Entwicklung der Allerdörfer bringen

„Die Renaturierung von Flüssen und Auen schafft Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt unserer Gewässerlandschaften und setzt neue Akzente für Freizeit und Erholung“, schreiben zwei Bundesministerien auf der Internetseite für das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“. „Deshalb muss das zukünftige Projekt ´Aller-Vielfalt´ auch für die Menschen in den Dörfern, für die Förderung von Dorfentwicklung und Sanfter Erholung genutzt werden und Vorteile bringen“, ist meine feste Überzeugung. Deshalb habe ich in der gestrigen Kreistagssitzung als Kreistagsabgeordneter aus voller Überzeugung zugestimmt, nachdem ich im Sommer an einer Exkursion an die Havel und später an Vor-Ort-Terminen in Otersen, Hohenaverbergen und Luttum teilgenommen habe.

Vor 24 Jahren, bei der Projektierung zur Wiedereinrichtung der Allerfähre Otersen-Westen, hat es vereinzelt von lokalen Naturschützern Widerstand und kritische Begleitmusik gegeben –  daran erinnere ich mich als Initiator der Solar-Allerfähre und als langjähriger Fährvereins-Vorsitzender noch sehr gut. Wichtig und auch heute noch zutreffend ist die Meinung des damaligen Landkreis-Dezernenten Claus Schimmelpfennig gewesen.

„Man müsse den Menschen an bestimmten Stellen und auf bestimmten Wegen Zutritt in Natur- und Landschaftsschutzgebieten verschaffen, damit die Menschen die Vielfalt der Natur erleben und Schutzmaßnahmen besser akzeptieren“,

war Herr Schimmelpfennig überzeugt und hat sich für die Solar-Allerfähre im europäischen FFH-Schutzgebiet eingesetzt. Genauso sollte es auch beim neuen Projekt „Aller-Vielfalt“ im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band“ sein. Bei der Renaturierung der Havel ist das Dank des NABU-Flussexperten Dr. Rocco Buchta gut gelungen. Bei unserer Exkursion haben wir dort mehrere Natur-Badestellen  am Havel-Strand für Dorf-Einwohner und Feriengäste gesehen, ebenso Hausboote und ausleihbare Havel-Flöße die nahezu geräuschlos über die Havel fuhren“.

Leben im Dorf und Urlaub auf dem Lande im Einklang mit der Natur könne auch wertvolle Impulse für die Naherholung der Einheimischen in den Allerdörfern und für die Dorfentwicklung insgesamt bringen. Je lebenswerter wir die Dörfer gestalten, desto leichter verhindern wir „Donut-Dörfer“ – mit einem Loch in der Ortsmitte, mit vielen leer-stehenden, Ortsbild-prägenden Gebäuden.

Nach einem Gespräch mit Dezernatsleiter Siegfried Dierken vom Amt für regionale Landesentwicklung Verden sehe ich als Kreistagsabgeordneter gute Chancen für die Dorfentwicklung an der Aller, wenn das neue „Blaue Band“-Förderprogramm richtig genutzt und Landwirte, Angler, Jäger und Dorfgemeinschaften eingebunden werden. Durch die geförderte Revitalisierung alter Gebäude in den Dörfern und die Umnutzung zu Wohnungen oder Ferien-Appartments lassen sich die Dörfer lebenswert erhalten. Die Fortsetzung der LEADER-Förderregion Aller-Leine-Tal mit acht Kommunen entlang des „Blauen Bandes“ namens Aller, würde dafür gute Chancen bieten – ebenso wie Dorfentwicklung in Regionen wie zum Beispiel „Bierde bis Wittlohe“ östlich der Aller. In den nächsten Jahren sollten sich die kreisverdener Aller-Dörfer aus den Gemeinden Dörverden und Kirchlinteln und der Stadt Verden links und rechts der Aller bis zur Mündung in die Weser zu einer Dorfregion zusammenschließen – begleitend zu „Blaues Band“ und „Aller-Vielfalt“ – das ist meine Empfehlung für eine positive Zukunftsgestaltung in unseren Dörfern.

Für alle Leser, die nicht in einem Dorf direkt an der Aller wohnen habe ich kürzlich einige Fotos und Grafiken zusammengestellt – über Hochwasser-Ereignisse im Winter, einen Deichbruch, mal Hochwasser – mal Niedrigwasser mitten im Sommer, die Flußlandschaft und Tiere die hier leben sowie die sieben Oterser Seen, die ein alter Aller-Flusslauf sind.

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