Meine wichtigsten Projekte

1. Bildband für alle Ortschaften (1983)1983: Kirchlintelner Heimatbuch für 17 Ortschaften

„Das Leben kann nur rückwärts verstanden, muß aber vorwärts gelebt werden" – Dieses Zitat von Sören Kierkegaard haben Hermann Meisloh aus Kirchlinteln und ich im November 1983 als Buchautoren des 1. Bildbandes für alle 17 Ortschaften der Gemeinde Kirchlinteln in unserem Vorwort zum 144-seitigen Buch „Kirchlinteln – Berichte und Bilder aus vergangenen Tagen" veröffentlicht. Zwei Auflagen dieses besonderen Heimatbuches für die ganze Gemeinde sind längst vergriffen. Die jahrelangen Recherchen für diesen Bildband haben dazu beigetragen, dass ich die 17 Ortschaften unserer Gemeinde noch besser kennen und Wert schätzen gelernt habe.

Nach 6 Verkehrstoten: Mein Einsatz für Radweg an der L 159 Wittlohe – Otersen – Ludwigslust

1990 begann mein Engagement für den Neubau des Radweges an der Landesstraße 159 zwischen Wittlohe und Otersen und zwischen Otersen und Ludwigslust. Erst 1 Jahr später wurde ich erstmals in den Gemeinderat gewählt. Ein mehrjähriges, hartnäckiges Engagement mit der Organisation einer großen Unterschriftensammlung (80 % der Einwohner machten mit), vielen Gesprächen und mehreren Schreiben an Gemeinde, Landkreis und Ministerium in Hannover waren notwendig – bis im Herbst 1993 der Neubau begann und wir im Juni 1994 die Einweihung feiern konnten. Zu meinem ausführlichen Bericht habe ich einen Link geschaltet.

1997: Die Solar-Allerfähre als „Diamant" des Aller-Radweges

In der Glaskugel des Solarpreises spiegelt sich die Fähre

In der Glaskugel des Solarpreises spiegelt sich die Fähre

1995 und 1996 habe ich mich als Ideengeber für den 1. ausgeschilderten Radwanderweg im Landkreis Verden engagiert und in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern der Gemeinden Kirchlinteln und Dörverden, der Stadt Verden und der Stadt Rethem mitgewirkt. Am 30.4.1997 weihte Landrat Christoph Rippich in Otersen den 66 km langen Aller-Radweg ein.

Gleich danach haben wir unsere 1. Solar-Allerfähre auf den Namen „Marie Hoffmann" getauft. Landrat Christoph Rippich erwies sich als Hellseher und behauptete, die Allerfähre würde zum „Diamanten" am Aller-Radweg werden. Für 3.000 Radwanderer pro Saison hatten wir das Dielenboot aus Eichenholz bauen lassen. Beim 1. Fährtag am 1. Mai 1997 zählten wir bereits über 1.000 Radwanderer und bis zum Ende der 1. Saison am 3. Oktober hatten wir Wochenende für Wochenende insgesamt 8.150 Radwanderer übergesetzt.

1999 wurde uns in Bonn der Deutsche Solarpreis für Solare Transportsysteme überreicht und am 1. Mai 2000 haben wir die 2., größere Solar-Allerfähre in Betrieb genommen. Über 80.000 Radwanderer haben wir inzwischen befördert und gelten als Modellprojekt.

 

1998: Herausgabe der 372-seitigen Dorfchronik Otersen

Dorfchronik Otersen

Dorfchronik Otersen

1992 haben wir in Otersen die Dorfgruppe Otersen im Heimatverein gegründet. Unser Ziel war die Sammlung alter Bilddokumente und die Veröffentlichung einer Dorfchronik. In einer Arbeitsgruppe haben wir über viele Jahre gemeinsam an der Herausgabe der Dorfchronik gearbeitet.

1998 war es dann soweit: Wir konnten die 372-seitige Dorfchronik über unser im 8./9. Jahrhundert erstmals erwähntes Dorf veröffentlichen. Seit 1992 haben wir auch über 1.000 Bilddokumente gesammelt und auf Foto-CD archiviert.

1999 wurde aus unserer Dorfgruppe Otersen der rechtsfähige, als gemeinnützig anerkannte Heimat- & Fährverein Otersen e.V., der auch unsere Solar-Allerfähre betreibt. 2012 kann ich auf 20 Jahre als 1. Vorsitzender dieses Vereins zurückblicken und bin stolz auf eine engagierte Mannschaft, die mit der Kraft der Sonne und des Ehrenamtes unsere Solar-Allerfähre in Bewegung bringt.

2001: Eröffnung unseres Dorfladen „von Bürgern für Bürger"

In den 1970er und 1980er Jahren hatte Otersen bereits über 100 Einwohner verloren, jetzt drohte neues Unheil. Von ehemals 3 Lebensmittel- und Gemischtwarenläden sollte zum 30.3.2001 der letzte Lebensmittelladen – das Edeka kompakt-Geschäft von Irene Schlüter aus Altersgründen geschlossen werden. Das erfuhren wir 1 Jahr zuvor. Als Ratsmitglied und Bürgervertreter im Gemeinderat stehst Du da in besonderer Verantwortung, dachte ich mir und engagierte mich für eine Nachfolge-Regelung. Einen Einzelhändler zu finden, der das Geschäft in Otersen als Filiale betreibt, scheiterte und so nahmen wir Bürger unser Schicksal selbst in die Hand. Am 6.12.2000 gründeten wir nach 3 Bürgerversammlungen eine Dorfladen-Gesellschaft. Entsprechend unseres Konzeptes benötigten wir 70.000 DM Eigenkapital, um eine wirtschaftliche Chance zu haben. Damit hatte ich die Latte in der Gründungsversammlung recht hoch, aber in realistischer Höhe angesetzt. An diesem Abend des Nikolaustages zeichneten über 70 Bürger sozial ausgewogen und jeder nach seinen finanziellen Möglichkeiten einen oder mehrere Kapitalanteile – insgesamt 103.000 DM Eigenkapital der Bürger!!! Das war die Geburtsstunde unseres Dorfladens „von Bürgern für Bürger", den wir am 1.4.2001 feierlich eröffneten und über 10 Jahre lang auf 140 qm Fläche betrieben.

 

2004: Gründung des Niedersächsischen Dorfladen-Netzwerkes in Otersen

Christian Wulf im Dorfladen (links) | Netzwerk-Gründung mit Minister Ehlen (rechts)

Ministerpräsident David McAllister ist neuer Schirmherr

2004 gab es in Niedersachsen rund ein Dutzend von Bürgergesellschaften geführte Dorfläden als letzte Nahversorger – 3 davon im Landkreis Verden: Bendingbostel, Wulmstorf und Otersen. Weil wir alle die gleichen Ziele hatten, schlug ich zum Austausch von Erfahrungen die Gründung eines Netzwerkes vor. Unser damaliger Minister für den ländlichen Raum, Heiner Ehlen und auch Klaus Karweik vom Amt für Landentwicklung kamen nach Otersen und gemeinsam mit MdL Wilhelm Hogrefe legten wir den Grundstein für das Netzwerk. Unser heutiger Bundespräsident Christian Wulff, der 2003 unseren Dorfladen besucht hatte, übernahm auf meine Bitte die Schirmherrschaft. Inzwischen hat sich das Netzwerk bundesweit ausgedehnt, von Otersen aus betreiben wir das Internet-Portal www.dorfladen-netzwerk.de und unser Ministerpräsident David McAllister hat im Sommer 2011 die Schirmherrschaft von seinem Amtsvorgänger übernommen.

2006-2008: Dorfwettwerb „Unser Dorf hat Zukunft" – Bundessieg für Otersen

Für eine kurze Zeit war unser Ortsschild "vergoldet"

Für eine kurze Zeit war unser Ortsschild „vergoldet"

1980 war Otersen Kreissieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden" und startete damals im Bezirkswettbewerb. 25 Jahre später war aus dem ehemaligen „Schönheitswettbewerb" der Dörfer ein „Zukunftswettbewerb" geworden und ein Vierteljahrhundert nach unserem Kreissieg wollten wir es in dem deutlich anspruchvolleren Wettbewerb „noch einmal wissen" – deshalb baten wir die Gemeinde, unsere Ortschaft zum Wettbewerb anzumelden. Als eines von rund 3.900 Dörfern in ganz Deutschland starteten wir 2006 in den Kreiswettbewerb und wurden vor Blender Kreissieger. Im Bezirkswettbewerb der besten Dörfer zwischen Lüneburger Heide, Weser, Elbe und Nordseeküste qualifizierten wir uns für die 3. Runde – für den Landeswettbewerb. Mit jeder Wettbewerbsrunde wurden die Bewertungskommissionen bei den Dorf-Präsentationen anspruchsvoller. Das wir zu den besten Dörfern in Niedersachsen gehörten, war schon eine Sensation – aber dann wurde es noch besser: Wir wurden Landessieger in Niedersachsen und das NDR-Fernsehen übertrug live aus Otersen. Mit Groß-Lengden (Göttingen) und Benstrup (Cloppenburg) sollten wir unser schönes Bundesland im 22. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" vertreten.

beim Bundespräsidenten

beim Bundespräsidenten

Auf den Bundeswettbewerb mussten wir uns neu vorbereiten, weil wir Otersen nicht zwei sondern rund drei Stunden präsentieren durften. Als Arbeitsgruppen-Sprecher und Moderator habe ich im Sommer 2007 einen neuen Regieplan erstellt. Anfang September 2007 war es dann soweit: Als der große Bus mit den Mitgliedern der Bundesjury in Otersen vorfuhr, waren wir alle (innerlich) nervös – meistern unsere Aufgaben aber wohl souverän. Wenige Wochen später war die absolute Sensation perfekt. Unter den besten 32 Dörfern Deutschlands (von ursprünglich 3.925) wurde Otersen Bundessieger und eines von insg. 8 Bundes-Golddörfern. 3.000 Gäste aus den besten 32 Dörfern, darunter 100 Einwohner aus Otersen waren im ICC in Berlin dabei, als uns Bundesminister Horst Seehofer die Gold-Plakette überreichte. Im Februar 2008 durften Ortsvorsteher Hanshermann Honemann und ich noch zum Empfang bei Bundespräsident Dr. Horst Köhler in das Schloß Bellevue nach Berlin reisen.

Vertreter der Bundes-Golddörfer bei Bundespräsident Dr. Horst Köhler (2008)

Vertreter der Bundes-Golddörfer bei Bundespräsident Dr. Horst Köhler (2008)

Das vielfältige Bürger-Engagement vieler Männer und Frauen aus allen Generationen unseres Dorfes wurde mit dieser Gold-Plakette in hervorragender Form ausgezeichnet. An der Spitze dieser so erfolgreichen und engagierten Bürger-Bewegung zu stehen, ist schon ein besonderes Gefühl – und motiviert für die Zukunft. Ach ja – durch unser Bürger-Engagement konnten wir die Einwohnerzahl um 100 wieder auf 520 Einwohner steigern – völlig gegen den Trend im ländlichen Raum.

Übrigens: „Die sicherste Methode die Zukunft vorherzusagen ist, sie zu gestalten" (Quelle:  Peter Drucker, US-amerikanischer Ökonom österreichischer Herkunft)

Mehr zu unserem Gold-Erfolg im Bundeswettbewerb: www.otersen.de/zukunft.php

 

2008: Veröfentlichung des 200-seitigen Dorfladen-Handbuches

Titelseite des 200seitigen Dorfladen-Handbuches

Dorfladen-Handbuch

Die Bundesjury im Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" bescheinigte uns eine gewisse „Experimentierfreudigkeit" und lobte unser Engagement bei der Weitergabe der von uns gesammelten Erfahrungen und die Nutzbarmachung für Menschen in weiteren Dörfern des ländlichen Raumes. Damit war neben dem Internet-Portal www.dorfladen-netzwerk.de auch das 2008 veröffentlichte Dorfladen-Handbuch gemeint. Auf über 200 Seiten habe ich für unseren Dorfladen-Verein das Konzept für unseren Dorfladen „von Bürgern für Bürger", die von uns gesammelten Erfahrungen, Berichte über Probleme und deren Lösung zu Papier gebracht. Die 1. Auflage war schon im Sommer 2008 vergriffen. Aktuell gibt es das Dorfladen-Handbuch für 30 € Schutzgebühr über die Internetseite http://dorfladen-netzwerk.de/dorfladen-handbuch/PDF-Dateien/

2010-2011: „Eigentum statt Miete" – Wir investierten über 400.000 € in unsere Zukunft

Im Frühjahr 2010 haben wir in 3 Bürgerversammlungen intensiv über die Zukunft unseres Dorfladens diskutiert, Chancen und Risiken abgewogen und dann mit rund 85 % Ja-Stimmen unsere Zukunftskonzept beschlossen. Aus unserem dörflichen Lebensmittel-Markt wollen wir einen Lebens-Mittelpunkt für die Dörfer Otersen und Wittlohe, für den Südteil unserer Gemeinde Kirchlinteln entwickeln. Mit über 100 Mitgliedern haben wir den neuen Dorfladen-Verein in der Rechtform eines wirtschaftlichen Vereins (w.V.) gegründet. Über 50.000 Eigenkapital wurden von Einwohnern erbracht. Über 70 Einwohner erbrachten 5.000 Stunden Eigenleistungen beim Bau. Mit rund 200.000 Euro Darlehen, 103.000 Euro EU-Förderung und rund 60.000 Euro Zuschuß der Gemeinde Kirchlinteln konnten wir in Eigentum statt Miete investieren.

Unser neuer Dorfladen Otersen

Unser neuer Dorfladen Otersen

Mitte April 2011 konnten wir unseren neuen, 180 qm kleinen Dorfladen eröffnen. Am 1. Mai folgte die Neueröffnung des 70 qm großen AllerCafés mit zwei Sommerterrassen und Anfang August 2011 bezog eine junge Familie aus Verden unsere 130 qm große Mietwohnung im Dachgeschoß. „Das ist ein Schmuckstück geworden", behaupten viele Einwohner und auch Gäste. „Für die Zukunft haben Sie Großartiges geleistet" betonte Niedersachsens Minister für den ländlichen Raum, Gert Lindemann bei der offiziellen Eröffnungsfeier am 24. Mai 2011.

Nach erfolgreichem Abschluss eines besonderen Projektes darf auch mal mit einem Glas Bier (oder Wein) angestoßen werden. Das durften meine Vorstandskollegen Dieter Bergstedt, Inka Prigge-Wursthorn und ich als 1. Vorsitzender am 24. Mai gemeinsam mit Minister, Pastor und Bürgermeister tun.

07_Bundesvereinigung Dorflaeden gegruendet_32016: Gründung der „Bundesvereinigung multifunktionaler Dorfläden" (BmD) in Berlin

Folie3Im Januar 2016 haben wir in der Halle 4.2. „Lust aufs Land" der Int. Grüne Woche in Berlin die „Bundesvereinigung multifunktionaler Dorfläden" – kurz: BmD – gegründet. Gemeinsam mit Dorfladen-Unternehmensberater Wolfgang Gröll aus Berg am Starnberger See in Bayern wurde ich zu einem der beiden Bundesvorsitzenden gewählt.

2016: Neue Solar-Allerfähre für Otersen und Westen

Am 15. Juli 2016 haben wir in Otersen nach über 104.000 Fährgästen mit der bisherigen Fähre seit 1997 die neue Solar-Allerfähre Otersen-Westen mit einer feierlichen Schiffstaufe in Betrieb genommen. Seit Herbst 2015 habe ich als 1. Vorsitzender an dem Projekt gearbeitet, habe die Finanzierungsmittel eingeworben und die Projekt-Ausschreibung durchgeführt.

4_Schiffstaufe