Sommerboten und Glücksbringer: Schwalben

9. Mai 2021 |

Am Wochenende in einer Arbeits-Pause auf unserem kleinen Hof Eschweg 20 in Otersen habe ich sie in diesem Jahr erstmals wahrgenommen: Schwalben, die wahren Flugkünstler mit dem geteilten Schwalbenschwanz, die Glücksboten und „Wetterpropheten". Sie sind zurückgekehrt aus dem Winterquartier südlich der Sahara und sind als Langstrecken-Flieger 10.000 km bis in die norddeutsche Tiefebene gepflogen. Auf unserem Hof flogen sie fröhlich zwitschernd zwischen altem Stall, Scheune und dem großen Wohnhaus, das wir gerade dorfgerecht und energetisch sanieren. Schon als kleiner Junge haben mich die Schwalben fasziniert – jetzt wieder und im Nabu-Aktionsleitfaden Schwalbenschutz habe ich Interessantes über die schwarz-weißen Flugkünstler gelesen.

Schwalben bringen Glück – haben mir meine Eltern und Großeltern in den 1960er Jahren beigebracht. Deshalb waren Sie auf unserem kleinen Nebenerwerbs-Bauernhof immer willkommen. Bei Stallgebäude war die Schweinestall-Tür extra zweiteilig. In der Schwalbenzeit war die untere Hälfte dieser Tür geschlossen, die obere Hälfte stand offen – damit die Schwalben leicht einfliegen und über Sauen und Ferkeln ihre Brut in den Nestern versorgen konnten. Durch die manchmal offene „Groot Dör" des Haupthauses (bis vor 40 Jahren Wohn- und Wirtschaftsgebäude) drehten die Schwalben auch gerne eine Runde durch den Kuhstall und zwitscherten fröhlich. In der (verlängerten) Arbeitspause am Sonnabend habe ich mich an meine Kindheit und die Schwalben auf unserem Hof erinnert.

Wenn die Schwalben tief fliegen, gibt es Regen. Die Bauernregel zu den Schwalben stimmt laut Nabu-Aktionsleitfaden tatsächlich. Naht ein Tiefdruckgebiet (mit Regen) fließen sie tief, folgt ein Hochdruckgebiet – nutzen die Schwalben die Thermik und fliegen höher. Sie jagen Insekten für ihre Brut, für die 1., die 2. und die 3. Brut. Im Herbst sammeln sich die Schwalben in großer Zahl auf den Strom- oder Telefon-Kabeln, sofern sie noch nicht alle in der Erde verlegt sind. In großer Schar fließen sie dann wieder zurück in die Winterquartiere, 10.000 km bis südlich der Sahara und kommen im Folgejahr als „Sommerboten" wieder zu uns.

Am heutigen Sonntag haben wir Schwalben auf unseren Baustelle im Haupthaus zwitschern gehört. Eingeflogen sind sie durch eine noch offene, neue Dachgaube. Sie werden auch den Weg heraus finden – da bin ich mir sicher. Nisten können Sie im Haus nicht – deshalb werde ich jetzt Nisthilfen speziell für Schwalben beschaffen und unter dem Dachüberstand unserer großen Scheune anbringen, damit die Glücksbringer auf unserer in diesem Jahr 150 Jahre alten Hofstelle heimisch werden.

Wer mehr über die Schwalben wissen möchte, dem sei der Aktionsleitfaden Schwalbenschutz https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/vogelschutz/nabu_alf_schwalbenschutz.pdf als Lektüre empfohlen.

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