Was wäre wenn täglich ein Jumbojet abstürzen würde? 100.000 Menschen sterben am Plötzlichen Herzstillstand

9. Februar 2013 |

Stellen wir uns mal vor, an jedem Werktag würde ein vollbesetzer Jumbojet abstürzen (Quelle: SZ-Reportage vom 27.12.2012). Das wären dann 100.000 Tote jährlich. Welch ein Aufschrei würde durch´s Land und um die Welt gehen. 100.000 Menschen sterben jährlich am Plötzlichen Herztod – ohne das ein Aufschrei durch´s Land geht. 10 Jahre nach der Einführung der kurz als „Laien-Defis" bezeichneten „Stromstoßgeber" zog die Süddeutsche Zeitung (SZ) in einer Reportage vom 27.12.2012 eine Bilanz unter dem Titel „Lebensrettern droht das Vergessen" und beantwortete die Frage „Wie sinnvoll sind die Stromstoßgeber überhaupt?". Die SZ-Reportage habe ich aufgrund positiver Erfahrungen mit einem AED-Lebensretter in meiner Familie und aufgrund meiner Initiative im Kreistag mit großem Interesse gelesen.

Torsten Lühning zeigt den AED-Lebensretter, der jetzt in Otersen installiert werden soll

Torsten Lühning zeigt den AED-Lebensretter, der in Otersen installiert wurde

Die „Laien-Defis" werden offiziell als

  • Defibrillator

oder

  • Automatische Externe Defibrillatoren (AED)

bezeichnet. Mehrfach habe ich in meinem Blog über diese nützliche Lebensretter berichtet.

In der SZ-Reportage „Defibrillatoren an öffentlichen Orten" listet die Süddeutsche einige Beispiele auf:

 

  • Im Landtag in Düsseldorf wurden die Stromstoßgeber „binnen acht Jahren nicht einziges mal benutzt"
  • „Am Frankfurter Flughafen wurden hingegen im gleichen Zeitraum zwölf Menschen erfolgreich wiederbelebt"
  • „In den Müncher U-Bahnstationen haben die Geräte in den vergangenen elf Jahren 16 Menschenleben gerettet"

Und bei uns im Landkreis Verden:

  • Ein Einwohner aus dem Nordkreis erlitt bei der Fahrt von Achim zum Einkaufen nach Posthausen einen plötzlichen Herzstillstand und starb, weil Notarzt und Rettungswagen erst nach mehr als 10 Minuten eintrafen und kein Laien-Defi (AED) eingesetzt werden konnte.
  • Am Karfreitag 2010 war in Otersen zufällig ein Laien-Defi wegen des Volkswandertages vor Ort und DRK-Ersthelfer konnten wenige Minuten nach dem Herzstillstand einem 17-jährigen jungen Mann das Leben retten.

Mit jeder Minute nach dem Herzstillstand sinken die Chancen, den Patienten zu retten um etwa zehn Prozent, schreibt die SZ über die allgemein bekannte Notwendigkeit zur schnellen Hilfe. Das Erschreckende: „nur etwa 30 Prozent der Laien … helfen, wenn neben ihnen ein Mensch umfällt" wird in der SZ-Reportage ein Notfallmediziner und Kardiologe zitiert.

2012 haben wir bei uns in Otersen einen AED-Lebensretter Typ Lifepak vom Marktführer Medtronic installiert. Mehrere Bürger haben sich von einem Fachmann einwesen lassen: Das Wichtigste für Laien-Helfer im Überblick:

1. Notruf telefonisch über „110" absetzen

2. mit der Herzdruckmassage beginnen

3. Auf die Mund-zu-Mund-Beatmung kann verzichtet werden. Solange das Herz nicht schlägt, kann kein Sauberstoff zu den Organen transportiert werden

4. Sofern vorhanden / verfügbar Einsatz eines Laien-Defis, weil dadurch die Überlebenschancen besser sind. Beim Einsatz eines Defis können Laien keine Fehler machen. Der größte Fehler wäre allerdings, nichts zu tun. Schlechter kann der Zustand eines Patienten mit plötzlichem Herzstillstand nicht werden. Es kann durch den Einsatz von Laien-Helfern und dann der alarmierte Rettungskräfte nur besser werden.

Fachleute befürchten, dass viele AED-Lebensretter an den falschen Standorten verstauben und in Vergessenheit geraten.

Unser AED-Lebensretter in Otersen liegt im Dorfladen hinter der Ladenkasse und ist rund 50 Stunden pro Woche öffentlich zugänglich und damit für alle Hilfe bedürftigen Bürger verfügbar. Das ist aber noch nicht ausreichend. In Kürze soll der AED-Lebensretter außen am Dorfladen installiert werden, damit er rund um die Uhr verfügbar ist. In Neddenaverbergen (Hotel Zur Linde der Familie Wolff) und in Holtum (Geest) bei Firma Ehlers & Otten sind die dortigen Laien-Defis bereits 24 Stunden täglich verfügbar.

Die Süddeutsche hat auch ein 2-minütiges Video veröffentlicht und informiert über den Einsatz eines Medtronic-Lifepak-Defis (AED-Vollautomat wie in Otersen). Dieses Video haben wir im Internetportal www.otersen.de auf der „Lebensretter-Seite" eingebettet. Dorthin schalte ich einen Link http://www.otersen.de/lebensretter.php. Anschauen ist zu empfehlen.

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